Hardware-Preise 2026: Ein Blick hinter die Kulissen

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Bei der Recherche für neue Hardware oder der Betrachtung aktueller Angebote fällt auf: Die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) und SSD-Festplatten haben sich im letzten Halbjahr spürbar verändert. Nach einer längeren Phase sehr günstiger Speicherpreise findet derzeit eine deutliche Korrektur nach oben statt. Dieser Beitrag erläutert die Hintergründe dieser Entwicklung und die Bedeutung für die IT-Planung.

Die Gründe für den Preisanstieg

Für die aktuellen Preissteigerungen ist nicht ein einzelner Faktor verantwortlich, sondern das Zusammentreffen mehrerer globaler Entwicklungen:

  • Ressourcenbindung durch KI: Große Chiphersteller konzentrieren ihre Fertigungskapazitäten derzeit massiv auf Hochleistungsspeicher für Rechenzentren und Künstliche Intelligenz. Da diese Komponenten lukrativer sind, stehen weniger Kapazitäten für klassischen PC-Arbeitsspeicher (DDR4/DDR5) zur Verfügung.
  • Nachwirkungen des Windows 10 Endes: Das Support-Ende von Windows 10 im Oktober 2025 löste eine Welle an Neuanschaffungen und Aufrüstungen aus. Diese hohe Nachfrage hat die Lagerbestände weltweit stark reduziert. Vorteilhaft ist die Situation für all jene, die den Umstieg auf Windows 11 und die damit verbundene Hardwarebeschaffung bereits frühzeitig abgeschlossen haben – sie profitieren davon, diese Investitionen noch zu den deutlich günstigeren Marktkonditionen des Vorjahres getätigt zu haben.
  • Strategische Produktion: Nach Zeiten des Überangebots wurde die Produktion seitens der Hersteller gedrosselt, um ein stabiles Preisniveau zu erreichen.

DDR4 vs. DDR5 – Ein Generationenwechsel

Besonders interessant ist die Situation beim Arbeitsspeicher. Während der neue Standard DDR5 aufgrund der hohen Nachfrage im Preis steigt, wird der ältere Standard DDR4 langsam teurer, weil er weniger produziert wird („End-of-Life“-Zyklus). Für Nutzer älterer Systeme bedeutet das: Ein Upgrade ist immer noch möglich, aber nicht mehr zu den Tiefstpreisen des letzten Jahres.

Was bedeutet das für Sie?

Müssen Sie geplante Anschaffungen verschieben? Nicht unbedingt.

  1. Nicht zu lange warten: Experten gehen davon aus, dass das Preisniveau im Jahr 2026 stabil bleiben oder leicht steigen wird. Ein Abwarten auf „Schnäppchen“ ist daher aktuell spekulativ.
  2. Gezielt aufrüsten: Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit lohnt sich eine Aufrüstung bestehender PCs oft immer noch mehr als ein kompletter Neukauf, selbst unter Berücksichtigung der gestiegenen Komponentenpreise. Als kosteneffizienter Kompromiss bieten sich zudem oft geprüfte Gebrauchtgeräte an. Da der Markt für „Refurbished IT“ von den aktuellen Preissprüngen bei Neuware weniger stark betroffen ist, lässt sich hier häufig leistungsfähige Hardware zu fairen Konditionen finden – eine ideale Lösung, die Budget und Ressourcen schont.
  3. Bedarf prüfen: Wir schauen uns gerne gemeinsam an, ob eine Speichererweiterung für Ihre Systemanforderungen wirklich notwendig ist, oder ob eine Optimierung des Betriebssystems bereits Abhilfe schafft.

Fazit

Der Hardware-Markt bewegt sich in Zyklen. Aktuell befinden wir uns in einer Phase steigender Kosten, die jedoch technologisch begründet ist. Als Ihr IT-Partner behalte ich die Entwicklungen im Auge, um für Sie weiterhin kostengünstig und effizient zu beschaffen.